Skifahren darf kein Tennisschicksal erleiden

Während die Skisportbranche noch immer kräftig in technische Struktur- und Erweiterungs-Maßnahmen investiert, werden konzeptionelle und thematische Attraktivierungs- und Inszenierungsmaßnahmen vernachlässigt.

Galten Tennis und Surfen in den 80er Jahren noch als trendy, hipp und in, veröden gegenwärtig zahlreiche Tennisplätze und Surfstationen. Die Attraktivität dieser Sportarten im Kinder- und Jugendbereich tendiert gegen Null. Aus dem Skisport dringen immer öfter ähnliche Warnsignale, da auch hier die positive Entwicklungsdynamik der letzten Jahrzehnte im Nachwuchsbereich mittlerweile unterbrochen wurde. Um nicht ein ähnliches Marktschicksal zu erleiden, sind rechtzeitige Gegenstrategien zur Überwindung der Nachfragestagnation höchst an der Zeit.

„Anti-Fadess-Strategie für den Skisport“

Derzeit zielt der Winter-Entwicklungs- und Investitionsfocus im gesamten Alpenbogen nach wie vor auf technische Struktur- und Erweiterungs-Maßnahmen. Die im Vergleich dazu in konzeptionelle und thematische Attraktivierungs- und Inszenierungsmaßnahmen fließenden Budgets sind in Summe vernachlässigbar. Der Ski- & Wintersport verfügt jedoch über die Chance durch aktive Thematisierung zunächst einzelne Skigebiete und letztlich die Branche attraktiver zu positionieren. Vorbild kann hier  nur die Freizeitpark-Branche sein, die diese Strategie schon seit vielen Jahren erfolgreich anwendet.  Rund um die vielfach identen technischen Fahrgeschäfte und Attraktionen werden authentische (z.B. Tripsdrill – „Schwaben anno 1800“) oder entwickelte Themen (z.B. Europapark, Phantasialand) inszeniert,  die zur eindeutigen Differenzierung am Markt führen. Skigebiete müssen ähnlich wie Freizeitbetriebe von der reinen Grundnutzen-Orientierung des „rauf- & runter fahren“ sich hin zu einer Themen- bzw. Zusatznutzen-Ausrichtung weiter entwickeln.

Thema definiert Skigebietsprofil

Die gewählten Themen wie z.B. Spiel & Spaß, Genuss oder Romantik müssen in allen Bereichen für den Kunden sichtbar und spürbar gemacht werden. Solange bei Skigebieten eine „Familienprofilierung“ in der Aufbereitung eines „Kinderlandes“ endet, stecken wir in dieser Zukunftsdisziplin im Wintersport noch in den Kinderschuhen. Familien bestehen nicht nur aus Kindern mit 3-5 Jahren, die in einem „Kinderland“ maximal 3-4 Tage ihres Skifahrer-Daseins verbringen. Es bedarf auch hier anschließender Inszenierungen, da Skifahren sonst für Kinder gleich langweilig wie Wandern es lange war. Eine Themenprofilierung und –Inszenierung für jegliches gewähltes Thema muss wie im Familienbeispiel konsequent durch alle Stufen und Glieder der Service- und Dienstleistungskette durchgezogen werden und darf nicht nur im „knackigen Werbe-Slogan“ enden.

Chancen für Skigebiete

Mit der richtigen Thematisierungs- & Inszenierungsstrategie besitzt der Wintersport große Potentiale das „Tennis-Schicksal“ zu vermeiden. Die Branche verfügt über die nötigen Investitionsmittel. Da Inszenierungen nur einen Bruchteil der Investitionen für den Bau einer weiteren Bergbahn benötigen, ließe sich hier mit geringen Kosten ein sehr attraktiver wie nötiger „Relaunch“ der Branche einleiten.


Mag. Arnold Oberacher ist Geschäftsführer der con.os tourismus.consulting gmbh Wien – Linz und als gelernter Touristiker seit nunmehr über 15 Jahren in der strategischen, betriebswirtschaftlichen und konzeptionellen Beratung und Entwicklung touristischer Angebote im Alpenbogen tätig.

Kontakt

Cornelia Hofbauer
con.os tourismus.consulting gmbh
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